Kanzlei Lößnitz


Rechtsanwälte Alexander Troll & Ivo Sieber

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Wie sinnvoll ist eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung?

Verkehrsrecht

VerkR


„Eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung ist zumindest in Bezug auf meine Person überflüssig, denn schließlich gehöre ich nicht zu den aggressiven und mit überhöhter Geschwindigkeit fahrenden Verkehrsteilnehmern. Vielmehr verhalte ich mich stets umsichtig und entsprechend den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung.“

Wer so denkt, kann unter Umständen eine böse und kostspielige Erfahrung machen. Beispielsweise dann, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer das rote Signal einer Lichtzeichenanlage missachtet, später jedoch behauptet, er sei bei „Grün“ gefahren. Eine solche Konstellation lässt sich oft – wenn überhaupt – nur durch eine Inanspruchnahme des zuständigen Zivilgerichtes aufklären. Dabei können allerdings die sogenannten Prozesskosten relativ schnell den Betrag übersteigen, welcher eigentlich eingeklagt werden soll. Dies gilt insbesondere dann, wenn es infolge des Unfallgeschehens zu schweren, gegebenenfalls sogar zu dauerhaften Körperschäden kam. In solchen Fällen besteht die nicht auszuschließende Gefahr, dass die vom Unfallopfer geltend gemachten Schadenersatzansprüche sowohl dem Grunde, als auch der Höhe nach bestritten werden. In Anbetracht dieser Tatsache bedarf es dann oft der Einholung gerichtlich in Auftrag zu gebender Sachverständigengutachten. Neben unfallanalytischen Problemen können sich insbesondere auch Fragen zum Ausmaß eventueller Verletzungen oder einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit ergeben. Die damit verbundenen Kosten belaufen sich regelmäßig auf mehrere tausend Euro, welche grundsätzlich vom Kläger vorgeschossen werden müssen.

Denkbar ist jedoch auch, dass man selbst eine Kollision verursacht, beispielsweise infolge blendender Sonneneinstrahlung oder aufgrund kurzzeitiger Ablenkung. In diesen Fällen droht zumindest ein Bußgeldverfahren. Sollte allerdings der Unfallgegner neben seinem Sachschaden auch eine Verletzung erlitten haben, so würde schon von Amts wegen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. In diesen Fällen ist es regelmäßig empfehlenswert, einen fachkundigen Rechtsanwalt zu beauftragen, zumal im Falle einer Verurteilung nicht nur die entsprechende Vorstrafe bedacht werden müsste, sondern auch die Tatsache, dass neben der Eintragung von Punkten im Flensburger Verkehrszentralregister gegebenenfalls die Anordnung eines Fahrverbotes in Betracht kommen kann.

Mit weit härteren Konsequenzen müsste dann gerechnet werden, wenn der Vorwurf eines unerlaubten Entfernens vom Unfallort im Raume stünde. Dies ist selbst dann denkbar, wenn die betreffende Kollision allein durch das schuldhafte Handeln des anderen Verkehrsteilnehmers verursacht wurde und man nur deswegen weiterfuhr, weil die eigenen Schäden völlig ohne Bedeutung waren.

Schlussendlich kann der Rat eines fachkundigen Anwaltes auch dann erforderlich sein, wenn nach Auffassung der Bußgeldbehörde ein Fahrverbot angeordnet werden muss. Mit einer fundierten Begründung kann nämlich gegebenenfalls zumindest die Umwandlung dieser Nebenfolge in eine entsprechend erhöhte Geldbuße erreicht werden.

In all diesen soeben kurz skizzierten Fällen verringert eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung das finanzielle Risiko der anwaltlichen Interessenvertretung. Neben den gesetzlichen Anwaltsgebühren werden nämlich auch die Gerichtskosten, die Zeugenauslagen, die gerichtlichen Sachverständigengebühren, die Kosten für ein sogenanntes Privatgutachten und die Gebühren der Verwaltungsbehörden übernommen.

Erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass es der persönlichen Entscheidung eines jeden Versicherungsnehmers überlassen bleibt, welchen Anwalt er mit seiner Interessenvertretung beauftragen möchte. Dabei sollte stets auf entsprechende Fachkunde geachtet werden, da beispielsweise im Falle des Mitverschuldens eine Unfallschadensregulierung nach dem Quotenvorrecht in Betracht kommen kann, welche erhebliche juristische Schwierigkeiten aufweist.

Ivo Sieber
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Verkehrsrecht

RASieber